Abmahnfalle Like-Button?!

Abmahnfalle Like-Button?!

Der europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden: Webseitenbetreiber, die den Like-Button ohne zusätzliche Absicherung einbinden, verstoßen gegen das Datenschutzrecht! Sie müssen die Einwilligung Ihrer Nutzer einholen, bevor sie Daten an Facebook senden. Die Sache hat leider einen großen Haken: Der Facebook-Button ist so konzipiert, dass er unmittelbar beim Aufruf Ihrer Seite Daten über den Besucher an die Plattform sendet. Dabei ist es völlig unerheblich, ob der User einen Facebook-Account besitzt – und ob er auf den Gefällt-mir-Button klickt oder nicht.

Was bedeutet das für Ihre Webseite?

Wenn Sie den Like-Button verwenden und auf der sicheren Seite sein möchten, sollten Sie die Einwilligung Ihrer Besucher einholen, bevor Ihre Webseite die IP-Adresse und personenbezogene Daten des Nutzers an Facebook überträgt. Zumindest aber sollten Sie unbedingt darüber informieren. Denn der EuGH hat klar entschieden: Die Betreiber von Webseiten sind für die Erhebung und Übertragung der persönlichen Daten an Facebook mitverantwortlich. Sie haften zwar nicht für eine spätere Datenverarbeitung durch die Social Media Plattform, haben aber die Pflicht, Ihre Besucher über die Datenerhebung und deren Zweck aufzuklären.

Was genau ist das Problem?

Webseiten, auf denen der Facebook Like-Button eingebunden ist, übermitteln bereits beim Aufruf eines Nutzer Daten an die Social-Media Plattform. Dazu gehören z. B. die IP-Adresse des Besuchers sowie Cookies, die personenbezogene Daten beinhalten können. Der Besucher der Seite hat keine Chance, dies zu verhindern – außer er besucht die Seite gar nicht erst. Datenschützer warnen bereits seit Jahren davor, dass dies einen Verstoß gegen die europäischen Datenschutzvorschriften darstellt. Denn diese Vorgehensweise war bereits bedenklich, bevor die DSGVO in Kraft getreten ist.

Welche Lösungen gibt es?

Viele Webseitenbetreiber haben sich bereits für die einfachste und sicherste Variante entschieden – und den Facebook-Button entfernt. Um darauf hinzuweisen, dass Sie auf der Plattform präsent sind, verlinken viele Weinhändler einfach Ihre Unternehmensseite. Sie müssen aber nicht auf den weißen Daumen verzichten:

Sofern Sie ein „berechtigtes Interesse“ an der Datenerhebung Ihrer Webseite nachweisen können, genügt es, wenn Sie den Besucher informieren. Das kann z. B. in Form eines PopUp-Fenters geschehen, dass sich unmittelbar beim Aufruf der Seite öffnet.

Alternativ können Sie die Zustimmung jedes Users einholen. Das könnte sich allerdings nachteilig auf Ihre Besucherzahlen auswirken, denn viele Nutzer reagieren genervt, wenn sie direkt zu Beginn einen „Einwilligungs-Marathon“ durchlaufen müssen.

Technisch etwas aufwändiger, aber deutlich sauberer ist es, die Social-Media-Funktionen auf Ihrer Seite durch den Besucher aktivieren zu lassen. Hier bietet sich eine 2-Klick-Lösung an: Zunächst blenden Sie lediglich ein Bild des Buttons ein. Klickt ein User auf diesen „Dummy-Button“, erhält er die Option, die Social-Media-Funktionen zu aktivieren.

Betrifft das nur Facebook bzw. den Like-Button?

Experten gehen davon aus, dass das Urteil des EuGH auf zahlreiche Social Media PlugIns übertragen werden kann. Google, Pinterest, Twitter und Co. bieten vergleichbare Schaltflächen an. Aus diesem Grund haben viele Webseitenbetreiber bereits reagiert und deaktivieren Social Media Funktionen solange, bis der Nutzer sie aktiviert.

Auch das beklagte Unternehmen Fashion ID hat entsprechend reagiert: Im unteren Bereich der Seite finden Besucher ein Kästchen, über das sie Social Media aktivieren können.


Quellenangaben und weiterführende Links:

Facebook
Verbraucherzentrale.de
WBS-Law

Bildquelle: © Thittaya Janyamethakul  – 123RF 

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