Die magische Sieben im Weinhandel

Die magische Sieben im Weinhandel

Der US-amerikanische Psychologie George Armitage Miller beschrieb 1956 die Tatsache, dass ein Mensch gleichzeitig nur  7 ± 2 Informationseinheiten (sogenannte Chunks) im Kurzzeitgedächtnis präsent halten kann. Die Größe des Kurzzeitgedächtnisses ist genetisch festgelegt und kann auch durch Training nicht gesteigert werden. Wie viele Weine präsentieren Sie Ihren Kunden im Rahmen einer Weinprobe? Viele Weinhändler haben die Erfahrung gemacht, dass auch hier die Sieben eine gute Wahl ist. Vielleicht mit einem Aperitif und einem Digestif gepaart lägen wir mit  7 + 2 in dem von George Miller definierten Rahmen. Beim Anblick der Verkostungsliste erschrickt der Kunde nicht und kann sich außerdem die verkosteten Produkte gut merken.

Wo kann Ihnen die Sieben noch nützlich sein?

Immer dann, wenn Sie für Ihre Kunden eine überschaubare und gut zu merkende Anzahl von Informationseinheiten (Chunks) anbieten möchten, ist es ratsam, die Miller’sche Zahl nicht zu überschreiten. Mit folgenden Beispielen möchten wir Ihnen einige Impulse geben:

  • Anzahl der Produktkategorien im Webshop
  • Anzahl der Menüpunkte auf Ihrer Website
  • Anzahl der Themen in Ihrem Newsletter
  • Anzahl der Abschnitte in Ihrer Preisliste
  • Anzahl der Produkte in Ihren Sommerangeboten

Gewiss werden Ihnen spontan noch viele weitere Möglichkeiten einfallen, die magische Sieben in Ihren Alltag zu integrieren.

Chunking im Online-Marketing

Im Online-Marketing hat sich der Begriff Chunking etabliert: Es wird dabei versucht, in Informationseinheiten zu denken und die Miller’sche Grenze nicht zu überschreiten. Neben den bereits genannten Beispielen, wie die Anzahl von Menüpunkte auf der ersten Ebene oder die Anzahl von Produktkategorien auf einer Startseite, lässt sich das Chunking selbstverständlich auf viele weitere Bereiche übertragen, wenn wir die vielfältigen Möglichkeiten und Tools des Online-Marketings berücksichtigen: Website, Webshop, Blog, Social Media Kanäle, Newsletter usw.

Neueste Erkenntnisse

Untersuchungen der University of Missouri (2001)[1] lassen annehmen, dass die Kapazität des Kurzzeitgedächtnisses deutlich geringer ist, als von Miller angenommen. Demnach sollte man von 3 bis 4 Chunks ausgehen. Es stellt sich daher die Frage, ob man den Begriff des Chunking weiterhin verwenden sollte, ist er doch mit der Zahl 7±2 assoziiert.
Quelle: wikipedia

Praxistipp

Versetzen Sie sich in die Lage Ihres Kunden und schauen Sie kritisch über Ihre Texte, über die Struktur Ihrer Website oder Ihres Webshops und überprüfen Sie, ob sich hier und da nicht „historisch gewachsene“ Strukturen entwickelt haben, die dazu führen, dass Informationen nicht optimal erfasst werden können. Wie viele Menüpunkte enthält Ihre Hauptnavigation? Wie viele Produktgruppen präsentieren Sie Ihren Kunden auf der Startseite Ihres Webshops?

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