Kreditkartenzahlung: Neue Vorschriften ab Herbst

Kreditkartenzahlung: Neue Vorschriften ab Herbst

Ab September müssen Weinfachhändler die Änderungen der EU-Richtline PSD2 beachten. Zumindest dann, wenn sie einen Webshop betreiben. Die neuen Vorschriften sollen das Bezahlen im Netz sicherer gestalten und den Missbrauch von Kartendaten verhindern. Doch auf diese Weise senkt der Gesetzgeber nicht nur das Risiko für ehrliche Verbraucher: Die Zahlung mit Kreditkarten im Netz wird auch deutlich komplizierter.

Die beliebtesten Online-Bezahlverfahren

Laut Angaben vom Handelsblatt kauft der deutsche Verbraucher am liebsten „auf Rechnung“. Knapp 1/3 aller Online-Einkäufe werden über diese Zahlart abgeschlossen. Auf Platz 2 und 3 liegen die Zahlarten Lastschrift und PayPal, die jeweils etwa 20% der Transaktionen ausmachen. Rund 10% der deutschen Verbraucher setzen Ihre Kreditkarte ein, um online zu bezahlen. (Quelle: https://www.handelsblatt.com). Das könnte sich im Herbst ändern. Denn ab Mitte September werden Online-Zahlungen per Kreditkarte sicherer – und damit auch komplizierter.

Was ändert sich in Bezug auf die Kreditkartenzahlung im www?

Bislang haben Shopbetreiber die Wahl, welche Eingaben sie von Kunden abfragen, die per Kreditkarte online bezahlen. Deshalb verlangen die meisten Onlineshops vom Käufer lediglich eine Ausweisung durch eine einfache Sicherheitsabfrage. Dabei reicht es idR aus, im Check-Out-Prozess Kreditkartennummer, Ablaufdatum und Card Validation Code (CVC) einzugeben.

Ab dem 14. September müssen alle Kreditkartenzahlungen im E-Commerce mit zwei Sicherheitsmerkmalen verifiziert werden. Diese Vorschrift sollten Onlinehändler unbedingt erst nehmen. Denn die Provider sind verpflichtet, Zahlungen abzulehnen, die nicht mit zwei Sicherheitsmerkmalen verifiziert wurden. Aus diesem Grund haben die Unternehmen Mastercard und VISA ihre Verfahren der 3-D-Secure-Authentifizierung überarbeitet. Das neue Verfahren wird 3D Secure 2.0 (3DS 2.0 oder auch EMV 3DS) genannt. Die Einführung hat im April begonnen.

Zwei-Faktor-Authentifizierung: 2 von 3

Die neue Regelung verlangt, dass Shopbetreiber zur Authentifizierung des Inhabers einer Kreditkarte stets zwei Identifikationsmerkmale aus drei Sicherheitskategorien abfragen müssen. Diese Merkmale sollen aus zwei der drei Kategorien Wissen (Passwort, PIN, etc.), Besitz (z. B. Smartphone oder Karte) und Inhärenz (Fingerabdruck, Stimme usw.) stammen. So kann eine Zahlung beispielsweise durch die Kombination einer Sicherheits-Nummer und einem biometrischem Merkmal autorisiert werden: Der Käufer muss den Besitz seines Handys durch Eingabe einer Transaktionsnummer (TAN) nachweisen, die per SMS an das Telefon geschickt wurde. Zur Verifizierung seiner Identität scannt er anschließend seinen Fingerabdruck.

Mit der überarbeiteten EU-Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) wird das neue Sicherheitsprotokoll ab 14. September 2019 verpflichtend umgesetzt.
Ab dann müssen Kartenherausgeber Zahlungen ohne 3-D Secure-Absicherung ablehnen. Allerdings gibt es diverse Ausnahmeregelungen. Beträge unter 30 Euro können beispielsweise generell aus der Verpflichtung herausfallen. Verbraucher haben übrigens die Option, eine sogenannte Whitelist für ihre bevorzugten Webshops anzulegen. In diesen können sie dann auch ohne erneute 2-Faktor-Authentifizierung einkaufen.

Erfolgsfaktor Kundenbindung

Der Faktor Kundenbindung wird somit für Onlinehändler noch entscheidender. Denn viele Verbraucher werden den Aufwand einer (erneuten) Autorisierung weitgehend vermeiden wollen. Dies kommt zunächst vor allem den großen Playern zugute. Birgt aber auch gute Chancen für unabhängige Weinfachhändler, Kundenbindungen zu stärken.

Auswirkungen auf andere Online-Zahlungsmethoden

Die neuen Vorschriften betreffen nicht nur Kreditkartenzahlungen im Netz, sondern auch PayPal-Zahlungen. Bislang hat das Unternehmen noch keine Informationen veröffentlicht, welche Änderungen sich ab September ergeben werden. Experten erwarten, dass der Wettbewerb unter den Anbietern im Online-Zahlungsverkehr stark wachsen wird und sich neue, alternative Methoden durchsetzen werden. Wir bleiben für Sie am Ball und berichten.


Bildquelle: ©aleksanderdn – 123RF

Die Kommentare sind geschloßen.