Weinqualität: Discounter vs Fachhandel – die Sichtweise eines privaten TV-Senders

Weinqualität: Discounter vs Fachhandel – die Sichtweise eines privaten TV-Senders

Kunde mit WeinWein aus dem Discounter ist angeblich weitaus besser als sein Ruf – und Verbraucher, die sich an einem der zahlreichen Punktesysteme orientierten, können leicht edle Tropfen finden, die denen aus dem Fachhandel ebenbürtig seien. Am letzten Montag im April, circa 22.30 Uhr, präsentierte einer der großen privaten Fernsehsender einen Bericht, dessen Thesen Weinfachleute überraschen dürften…

Getestet wurde das Sortiment von 3 Discountern und einem großen deutschen Franchise-Weinhändler. Die Unternehmen werden nicht genannt, sind jedoch anhand des Bildmaterials durchaus gut erkennbar. Gelobt werden unter anderem die Sortimentsvielfalt der Discounter und ihre Punktesysteme. Ein Sommelier erklärt, dass ein Wein mit 90 oder mehr Punkten per se „nicht schlecht sein könne“.

Fazit Nr. 1: Wein aus dem Discounter schmeckt hochwertiger, als er ist

Ein Discounterwein für knapp 6 Euro wird einem „Fachpublikum“ präsentiert, das ihn mit Aussagen lobt, die nicht unbedingt an professionelle Weinbeschreibungen erinnern. 23 von 30 dieser „Tester“ schätzen den Wein teurer ein, als er ist. Auf die Nennung eines Durchschnittswerts verzichtet der Sender. Ausgeschenkt wird auf einem Wein- und Genuss-Festival, die Probanden bewerten im direkten Gespräch.

Fazit Nr. 2: Im Zweifel ist teurer Wein weniger gut verträglich als der aus dem Discounter

Um zu ermitteln, ob billiger Wein Kopfschmerzen verursacht, wird mit Zwillingen getestet: Die Schwestern bekommen jeweils eine identische Menge (3 Gläser) Wein, jeweils einen „teuren“ und einen günstigen. Während der Genuss des Tropfens aus dem Tetrapack folgenlos bleibt, ruft der Rotwein für 13,95 EUR bei der Probandin leichte Kopfschmerzen hervor. In der Zusammenfassung werden diese als „ordentlicher Kater“ beschrieben, der vermutlich durch den hohen Histamin-Anteil des Weins hervorgerufen wurde.

Die Angst vor dem Histamin im Wein…

 …ist unter Weinliebhabern bereits ähnlich verbreitet wie die Nachfrage nach gluten- und laktosefreien Produkten unter besonders „gesundheitsbewussten“ Lebensmittelkonsumenten. Der TV-Beitrag legt die Schlussfolgerung nahe, dass allein das Alter des Weins den Histamingehalt in bedenkliche Höhen treiben kann und dass beim Einkauf  im Discounter weniger Gefahr drohe. Dass die Menge an Histamin im Wein von vielen Faktoren abhängt, bleibt unerwähnt. Genau wie die Tatsache, dass nur die wenigsten Menschen tatsächlich unter einer Histaminunverträglichkeit leiden. Und dass viele Lebensmittel wie bestimmte Sorten Käse, Salami, Fisch und Schokolade oft 100 x soviel Histamin enthalten wie Wein. Oft entstehen die unangenehmen Folgen erst durch den  Konsum eines der genannten Lebensmittel in Kombination mit Alkoholgenuss.

Fazit Nr. 3: Alle Weine sind mit Pestiziden belastet, ob günstig oder teuer.

Für den Test werden 3 Weine vom Discounter und 2 aus dem Fachhandel auf Pestizidrückstände und Glyphosat getestet. Pestizide werden in allen Flaschen, Glyphosat nur in der teuersten nachgewiesen. Der Begriff wird nicht erklärt, die Interpretation bleibt dem Betrachter überlassen. Wie hoch die ermittelte Pestizid-Belastung jeweils ausfiel, bleibt unerwähnt – sie liege jedoch „innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte“.

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Andere Medien, andere Erkenntnisse

In der Ausgabe 05/2016 veröffentlichte die „Weinwirtschaft“ einen umfangreichen Test von Weinen aus dem Discounter. Fast 10 % davon wurden als fehlerhaft bewertet, insgesamt waren 30 % „nicht zufriedenstellend“. Allerdings wird dieses Ergebnis sicher weniger Weinkonsumenten erreichen als der Bericht im privaten Fernsehen.

Die Stärken des Fachhandels

…liegen sicher unbestreitbar in der Beratungskompetenz. Und eine Steigerung der Nachfrage nach Weinen, die bestimmte Voraussetzungen  erfüllen, kann zu Wettbewerbsvorteilen ausgebaut werden. Professionelle und persönliche Beratung kann einen histaminscheuen Erstkäufer zum Stammkunden machen. Allerdings bedeutet die Bereitstellung von spezifischen Informationen wie dem Histamin- oder Zucker-/Säuregehalt und anderen Weineigenschaften auch eine Herausforderung für Fachhändler. Sämtliche Expertisen und Werte im Kopf zu haben, ist beinahe unmöglich. Vor allem weniger erfahrene Mitarbeiter und Aushilfen sind bei spezifischen Fragen zum Wein oft ratlos.

Mit euro-Sales Vino können Sie Ihre Weine individuell verwalten und sowohl konkrete Analysewerte, als auch Attribute wie „säurearm“.  So kann jeder Mitarbeiter auf Knopfdruck nach entsprechenden Weinen suchen und Ihren Kunden die gewünschte Empfehlung souverän präsentieren. Ob vegan oder histaminarm – mit  euro-Sales Vino können Sie die Ernährungsgewohnheiten Ihrer Kunden gezielt für Verkaufsförderung und im Direktmarketing einsetzen.

 

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