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30/10/2019

Grundpreisangabe für Präsente & Probierpakete


Ist für Artikelsets eine Grundpreisangabe erforderlich? In der Weihnachtszeit bereiten viele Weinhändler „Bundles“ vor: Dekorative Körbe mit Wein und Feinkost, Port & Schokolade, Crémant & Gebäck – solche und andere Kombinationen erwarten schnellentschlossene Kunden, die ein bereits verpacktes Geschenk erwerben möchten. Müssen Sie für Artikelsets Preisschilder mit Grundpreisangabe aufstellen? Was schreibt das Gesetz für Webshops vor?

Die PangV

Grundsätzlich schreibt die Preisangabenverordnung (PangV, § 2 Abs. 1) vor, dass im B2C-Geschäft neben dem Verkaufspreis des Artikels ein Grundpreis angegeben werden muss. Doch gilt das auch für Präsente, die aus mehreren Waren bestehen? Und wie ist das im Netz?

Keine Regel ohne Ausnahme

Das gilt auch für den § 2 der PangV. Weinhändler sind von der Verpflichtung, einen Grundpreis zu nennen, entbunden, wenn Artikelsets aus verschiedenartigen Waren bestehen und diese nicht miteinander vermischt oder vermengt sind (PangV § 9).

Verschiedenartigkeit bedeutet, dass Anwendung, Funktion, Wirkungen und/oder Geschmack der Produkte sich unterscheiden.

Als vermischt / vermengt gelten die Waren dann, wenn sie für den Kunden eine „einheitliche Konsumeinheit“ darstellen und nicht / nur schwerlich getrennt werden können. Ein Nuss-Frucht-Mix wäre ein klassisches Beispiel dafür.

Das Verhältnis zählt

Die besagte Ausnahme gilt NICHT, wenn das Produkt des Bundles, durch das sie begründet wird, eine untergeordnete Rolle spielt. Das ist der Fall, wenn es wertmäßig weniger als 10% Anteil am Gesamtprodukt ausmacht.

Was gilt für Präsente aus Wein und Feinkost?

Auch wenn Sie die enthaltenen Artikel so zusammenstellen, dass diese geschmacklich harmonieren: Hier greift i.d.R. die oben genannte Ausnahme, denn Ihr Kunde kann die Waren einzeln verzehren, trennen und die Produkte sind nicht gleichartig. Der Grundpreis muss also nicht genannt werden.

Brauchen Probierpakete einen Grundpreis?

Artikelsets, die aus ähnlichen Produkten bestehen, müssen mit einer Grundpreisangabe versehen werden. Auch wenn die zusammengestellten Weine sich in der Farbe, Qualität und im Geschmack deutlich unterschieden: Rechtlich betrachtet sollten Sie davon ausgehen, dass sie als „ähnlich“ gelten und den Grundpreis pro Liter nennen.

Wo muss der Grundpreis genannt werden – auch im Internet?

Laut Gesetz müssen Händler in Deutschland den Grundpreis immer nennen, wenn Sie Endverbrauchern Produkte anbieten. Das gilt für Webshops genauso wie im Ladengeschäft. Auch auf Flyern und anderen Werbematerialien.

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Quellenangaben und weiterführende Links

https://www.gesetze-im-internet.de/pangv/__2.html

https://www.gesetze-im-internet.de/pangv/__9.html

Bildquelle: © Simone Buehring  / Vitalina Rybakova – 123rf

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