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Smartphones mit Sprechblasen - WhatsApp Business
17/12/2019

Lohnt sich ein WhatsApp Business Account für Weinhändler?


Ein WhatsApp Business Account kann für Weinhändler durchaus interessant sein. Kaum ein anderer digitaler Kommunikationskanal kann dem Messenger Dienst das Wasser reichen: Rund 1,5 Millionen User aus 180 Ländern nutzen WhatsApp – mehr als die Hälfte davon sogar mehrmals am Tag. Allein in Deutschland ist die App auf ca. 58 Millionen Smartphones installiert. Allerdings birgt der Messenger auch Gefahren für Unternehmer: Stichwort DSGVO – was sollten Weinhändler beachten, wenn Sie WhatsApp gewerblich nutzen? Überwiegen die Vorteile, oder doch die Risiken?

WhatsApp vs. WhatsApp Business

Weinhändler, die WhatsApp privat nutzen, können sich ein gutes Bild von der Customer Journey des digitalen Dienstes machen: Nachdem Ihre Kunden Ihnen eine Nachricht gesendet haben, können sie anhand von angezeigten Häkchen nachverfolgen, ob diese bereits zugestellt und schon gelesen wurde. Je nach Einstellung des Users erhält dieser eine Push-Benachrichtigung, wenn eine neue Nachricht eingetroffen ist. Die meisten Anwender nutzen WhatsApp nur auf dem Smartphone, zusätzlich kann der Messenger auf dem PC oder Mac installiert werden.

Während private Nutzer in ihrem Profil nur kurze Texte und ein Profilbild hinterlegen können, bietet ein WhatsApp Business Account Firmen die Option, ein Profil mit wichtigen Informationen, Öffnungszeiten und Kontaktdaten anzulegen sowie die eigene Webseite zu verlinken. Besondere Nachrichten Tools vereinfachen und beschleunigen die Kommunikation mit Ihren Kunden. Und Ihnen stehen Statistiken zur Verfügung: Wie viele Nachrichten haben Sie empfangen und versendet – und wie viele davon wurden tatsächlich gelesen? Diese Tools – und die unschlagbare Reichweite des Messengers – machen WhatsApp erstmal zu einem sehr interessanten Kommunikationskanal für Weinhändler.

Die direkten Kosten für die Nutzung von WhatsApp sind kaum der Rede wert; ein WhatsApp Business Account ist für Firmen sogar kostenlos. Zumindest auf den ersten Blick. Denn die Facebook-Tochter ist vieles, aber ganz sicher kein wohltätiges Unternehmen. Im Zeitalter der Digitalisierung sind Daten ein wertvolles Zahlungsmittel. Und mit dieser Währung zahlen sowohl private, als auch gewerbliche Nutzer. Da eine Internetverbindung erforderlich ist, um über die App zu kommunizieren, können zudem weitere Gebühren anfallen.

Produktkatalog

Weinhändler können im WhatsApp Business Account mittlerweile sogar Produktkataloge anlegen. Für Händler ohne eigenen Webshop eine Möglichkeit, Ihren Kunden einen Onlinekatalog bereitzustellen. Online verkaufen können Sie allerdings nicht; es besteht (noch) keine Möglichkeit, dass Ihre Kunden über den Dienst bezahlen.

Immer erreichbar?!

Ein wichtiger Unterschied zwischen einem WhatsApp Business Account und privatem Profil ist die Option der automatischen Abwesenheitsbenachrichtigung. Ähnlich wie in Outlook können Sie festlegen, ob eingehende Nachrichten außerhalb Ihrer Öffnungszeiten automatisch eine Rückmeldung erhalten. Dabei können Sie sogar zwischen neuen und bestehenden Kontakten differenzieren. Allerdings ist es zwingend erforderlich, dass das Handy mit Ihrem WhatsApp Business Account mit dem Internet verbunden ist. Darüber hinaus können Sie einstellen, dass jede eingehende Nachricht unmittelbar eine automatisierte Standard-Antwort erhält.

WhatsApp & DSGVO

In den Augen eines Datenschutzbeauftragten ist WhatsApp Business eine Garantie, früher oder später wegen Verstoß gegen die DSGVO abgemahnt zu werden. Die Mobilnummern Ihrer Kunden werden vom Messenger Dienst ausgelesen. Darüber hinaus vereinbaren insbesondere kleinere und mittelständische Weinhändler, die über WhatsApp mit ihren Kunden kommunizieren, oft auch Warenreservierungen oder Lieferungen. Und dabei werden weitere kundenbezogene Daten (Name, Adresse, …) ausgetauscht.

Wenn Sie Ihren WhatsApp Business Account auf einem Smartphone nutzen, stellen Sie der Facebook-Tochter grundsätzlich ALLE Kontakte, die Sie gespeichert haben, zur Verfügung. In den eigenen Datenschutzbestimmungen sichert sich das Unternehmen ab – denn um den Service nutzen zu können, müssen Sie einwilligen und folgenden Passus bestätigen:

„Du stellst uns regelmäßig die Telefonnummern von WhatsApp-Nutzern und deinen sonstigen Kontakten in deinem Mobiltelefon-Adressbuch zur Verfügung. Du bestätigst, dass du autorisiert bist, uns solche Telefonnummern zur Verfügung zu stellen, damit wir unsere Dienste anbieten können.“

Das bedeutet konkret, dass Sie auf Ihrem Messenger-Smartphone keinerlei Kontaktdaten im Adressbuch ablegen sollten, die nicht für die Kommunikation über WhatsApp benötigt werden. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, sollte darauf achten, dass jeder Erstkontakt immer seitens des Kunden eingeleitet wurde. Sofern Sie die Nummer speichern, weil Sie auf eine Anfrage antworten, hat der Kunde dem Messenger seine Nummer bereits preisgegeben. 

Werbung und Newsletter über den WhatsApp Business Account

Auf den ersten Blick erscheint der Versand von Mailings und Werbebotschaften über den WhatsApp Business Account äußerst attraktiv. Vor allem für Weinhändler, die bereits eine größere WhatsApp Kundencommunity aufgebaut haben. Allerdings ist diese Art der Kommunikation datenschutzrechtlich ganz anders zu bewerten als die Antwort auf Kundennachrichten: Hier gelten genau wie für Newsletter deutlich strengere Regeln. Wenn Sie DSGVO-konform agieren möchten, sollten Sie Ihre Kunden nur dann aktiv über Ihren WhatsApp Business-Account anschreiben, wenn diese explizit eingewilligt haben.

Fazit

WhatsApp ist unbestritten einer der beliebtesten Kommunikationskanäle Ihrer Kunden. Allein das macht den Messenger für Unternehmer interessant. Dass die App kostenfrei installiert werden kann, ist auf den ersten Blick ein weiteres großes Plus.

Neben der Vorteile, die ein WhatsApp Business Account mit sich bringt, sollten Weinhändler sich aber auch unbedingt der Gefahren bewusst sein. Aus Datenschutzrechtlicher Sicht gilt die App als bedenklich. Die wichtigste Grundregel ist sicher, dass Sie auf keinen Fall die Telefonnummern Ihrer Kunden proaktiv in ihrem WhatsApp Business kontaktieren sollten; zumindest nicht im Erstkontakt. Schützen Sie die persönlichen Daten Ihrer Kunden: Nehmen Sie nur dann Kontakt über Ihren WhatsApp Business Account auf, wenn Sie bereits eine Nachricht über den Messenger erhalten haben.

Weinhändler, die WhatsApp für die Kommunikation mit ihren Kunden nutzen möchten, sollten unbedingt einen Business Account nutzen: Neben umfassenderen Profilinformationen und der Option, Ihre Öffnungszeiten und weitere Kontaktdaten anzugeben, sind die automatischen Antworten ein wertvoller Zusatznutzen. Denn viele Ihrer Kunden erwarten über WhatsApp eine Rückmeldung innerhalb eines kurzen Zeitfensters. Und gewähren deutlich geringere Toleranzen als bei anderen Varianten der schriftlichen Kommunikation.

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Quellenangaben und weiterführende Links:

https://faq.whatsapp.com/de

https://tipps.computerbild.de/mobil/apps/whatsapp-nutzerzahlen

Bildquelle:  © Olga Lebedeva – 123RF

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